Die Plag mit der Internetplag!

Wir erleben dieser Tage wieder einmal die unglaubliche Geschwindigkeit einer Meinungsbildung im Netz – und da schließe ich mich durchaus mit ein. Mal gefällt uns diese Strömung, mal nicht. Eines ist jedoch sicher, die Bewegung der Netzpolitik lässt sich nicht mehr umkehren.

Waren wir bei Plattformen wie Wikileaks zu Beginn noch schockiert, bei Winnenden zutiefst beschämt und rieben uns über die Gemeinschaftsfleißarbeit GuttenPlag die Augen, so hat uns spätestens der Arabische Frühling gezeigt, wie mächtig das Netz mittlerweile geworden ist. Zuletzt war ich selbst noch einmal ziemlich überrascht, zu welchen Stilblüten dies führen kann, wenn Internetaktivisten von Anonymous sich gegen mexikanische Drogenbarone oder gar die amerikanische Regierung wenden.

Wir haben es mit einer neuen Form von Informationsaustausch und -bildung zu tun. Es ist ein Phänomen von Schwarmintelligenz zu dem alle ihren Beitrag liefern können. Gleichzeitig bewegen wir uns im Internet meines Erachtens aber auch in einer Art “Netzaristokratie”, deren Meinungsführer Schneeballeffekte ungeahnter Außenwirkung starten können. Waren bis vor kurzem noch “die Medien” als vierte Staatsgewalt bezeichnet worden, so müsste das Web 2.0 (3.0, 4.0) mittlerweile als 5. Staatsgewalt ausgerufen werden.

Bereitet mir diese Bewegung Angst? Nein, aber es muss einem klar sein, dass sie keinen demokratischen Grundregeln folgt und sich in jedem Moment auch gegen einen selbst richten kann, wie die “Twitter-Fatwa” gegen den Blogger Hamza Kashgari aktuell wieder zeigt. In Deutschland finden wir uns gerade in einem Meinungsaustausch über die Person des neuen Bundespräsidenten. Mit der Heftigkeit dieser Reaktion hat wohl niemand in der Bundesregierung gerechnet, handelte es sich doch scheinbar um DEN Wunschkandidaten des Volkes. Letzteres muss trotz der Diskussion nach wie vor nicht falsch sein – und auch da schließe ich mich mit ein. Dennoch ist es deutlich schwieriger geworden, notwendige Aussprachen einfach unter den Teppich zu kehren, und das ist auch gut so.

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Medienqualität im freien Fall: SPIEGEL ONLINE – “Amoklauf in Rio: Überwachungsvideo aus Schule freigegeben”

http://www.spiegel.de/video/video-1120743.html

Ungeheuerlich und abscheulich! Mit der Ausstrahlung solcher Videos hat sich spiegel.de nun endgültig in die absoluten Tiefseegräben eines Springer-Verlags begeben.

Die Aufnahmen einer Überwachungskamera zu präsentieren, auf denen Kinder buchstäblich um ihr Leben rennen, um dann noch als Highlight den mutmaßlichen Amokläufer zu zeigen wie er den Kindern folgt, ist einfach pervers!

Hat dieser Verlag respektive diese Redaktion denn gar nichts aus den Medienverfehlungen in Winnenden 2009 gelernt? Zu einer verantwortungsvollen Berichterstattung gehört es, manche Bilder einfach auch einmal nicht zu zeigen, auch wenn sie vorher “freigegeben” wurden. Das beinhaltet auch, die verzweifelten Angehörigen nicht kamerawirksam ins Bild zu setzen, sondern diese vor eben dieser skrupellosen Reporterschaft zu schützen.

Wie ein Traditionsverlag wie der “Spiegel” eine solche Medienausrichtung zulassen kann, ist mir zwar schleierhaft, es verwundert mich jedoch nicht. Schon vor einiger Zeit nahm ich mit Entsetzen ein Video auf spiegel.de zur Kenntnis, auf dem ein Mann von der Mafia vor laufender Überwachungskamera erschossen wurde. Damals dachte ich mir schon, dass dieses Niveau wohl kaum zu unterbieten wäre; falsch gedacht.
Dabei ist es auch wenig tröstlich, wenn einem als “Einstimmung” auf das Video eine Versicherungswerbung um die Ohren gehauen wird, auf dem ein Sportler als Begründung für seinen Versicherungsschutz sagt: “Da muss man noch nicht einmal selber schuld sein. Es reicht, wenn dich dann jemand über den Haufen fährt”
… und im Anschluss präsentieren wir Ihnen den Amokläufer …

Spieglein Spieglein an der Wand, wer sinkt noch tiefer im ganzen Land?

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Ich geh mit meiner Laterne…

Atomausstieg? Auf jeden Fall!
Wann? So schnell wie möglich! Wir brauchen nur geeignete Brückentechnologien.
Mittelfristiges Ziel? Weitestgehende Umstellung auf erneuerbare Energiequellen!

All dies hat sich in den letzten Wochen zu einem, fast schon als gesellschaftlichen Konsens zu bezeichnenden Meinungsbild geformt. Endlich!

Einige Punkte kommen mir jedoch in der Debatte ein wenig kurz:
Zum einen muss bei den kommenden Entscheidungen den Menschen klar sein, dass man sich nicht die Rosinen und das Innere des Kuchens zusammen rauspicken kann ohne dass der Kuchenrand übrigbleibt.
Will heißen: Wir können nicht einerseits unser Luxusleben in Verschwendung und Wohlstand ohne jegliche Einschränkung weiterführen wollen UND die Atomkraftwerke abschalten UND auf keinen Fall unser Landschaftsbild mit Windkrafträdern scheinbar verschandeln. Irgendwo werden wir Abstriche machen müssen, und das heißt, dass man sich z.B. auch mit Windkraftkrafträdern und Solarenergiefeldern in der Nachbarschaft arrangieren muss.

Dies bedeutet aber auch, dass man den Strommarkt u.U. in Zukunft nicht ungebremst über Angebot und Nachfrage regeln können wird. Es gilt die Nachfrage zu senken! Sprich, Strom zu sparen, und zwar notfalls auch von oben oktroyiert.

Hier ein paar winzige Beispiele:

  • Warum setzt man nicht noch konsequenter auf energiesparende Beleuchtungssysteme (die mittlerweile auch warmes Licht liefern können…)
  • Warum muss eine Stadt überall nachts im hellsten Licht erstrahlen?
  • Warum muss ich auch um 3 Uhr morgens einen Schaufensterbummel machen können?
  • Warum muss jedes große historische oder sonstwie interessante Gebäude sieben Tage die Woche nachts mit Flutscheinwerfern bestrahlt werden?
  • Warum kriegt man es nicht hin, planbaren Stromverbrauch vermehrt auf die Nachtstunden zu legen, um Stromspitzen zu glätten?
  • Warum bevorzugt man energiebewusste Firmen nicht bei der Vergabe öffentlicher Aufträge?

Man kann die Liste munter weiterführen und bestimmt auch noch viele amüsante Stromsparmöglichkeiten finden. Eines muss uns aber klar sein: Wir werden um die Stromspardiskussion nicht umhin kommen. Unser Einsparpotiential ist mit Sicherheit immens und essentiell für den Wiedereinstieg in den Ausstieg.

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Bitte draußen bleiben

Es ist schon ein grausiges Szenario, dass uns über die Medien zugespielt wird. Vor Notlagern in Japan werden Hilfesuchende nach “verstrahlt” und “nicht verstrahlt” selektiert. Wer seine Strahlenfreiheit nicht mit einem Zertifikat belegen kann, muss weiterziehen oder wieder in in die Evakuierungszone zurückkehren. Dieses Prozedere macht anscheinend vor niemandem halt. Kinder, Schwangere, Alte, Kranke, jeder der als verstrahlt angesehen wird, muss draußen bleiben.

Gibt es für diese Politik eine rationale, medizinische Erklärung?
Ganz klar: Nein!

Wenn Menschen z.B. mit radioaktivem Jod kontaminiert sind, so lagert es sich im Körper, vornehmlich in unserem Hautjodspeicherorgan Schilddrüse, ab. Dabei schädigt es zwar die betroffene Person, diese läuft aber keinesfalls als “radioaktive Glühbirne” durch den Raum und verstrahlt jeden, der sich nicht hinter einer Bleiwand verstecken kann. In Deutschland wird Jod 131 auch im therapeutischen Bereich eingesetzt. Und ja, natürlich herrschen hierzulande auch immens hohe Sicherheitsbestimmungen, so dass selbst das Toilettenwasser der Patienten getrennt entsorgt werden muss. Mit einer akuten Verstrahlungsgefahr, die eine Selektion von Flüchtlingen legitimiert, hat dies jedoch rein gar nichts gemein. Man könnte jederzeit diese Menschen in die Lager aufnehmen.
So wird den Betroffenen aber die Möglichkeit genommen, sich Ihrer verstrahlten Kleidung zu entledigen, sich gründlich reinigen zu können und medizinisch versorgt zu werden.

Ich finde dieses Verhalten im höchsten Maße bedenklich! Und es würde mich angesichts der Informationspolitik der japanischen Politik auch nicht wundern, wenn damit die Menschen in einer falschen Sicherheit gewogen werden sollen. Lässt sich damit doch gut verdecken, dass ein Evakuierungsradius von 20 km um Fukushima angesichts der Strahlenwerte unverantwortlich ist. Die Regierung nimmt eine mögliche Verstrahlung von hunderttausenden Menschen billigend in Kauf und legt eine Beratungsresistenz an den Tag, die nicht mehr mit dem Ziel des Vermeidens einer Panik gerechtfertigt ist.

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Der demokratische Opfertod

Auch wenn die 50 Helden von Fukushima eine Legende sein mögen, so stellt sich mir dennoch die Frage, ob ein Staat einzelne Menschen zum scheinbaren Wohle der Gemeinschaft opfern darf. Selbst wenn sich die Menschen “freiwillig” für solch einen Einsatz zur Verfügung stellen, so hat der Staat dennoch die Verpflichtung, sie zu schützen.
In Deutschland wird jemand, der offensichtlich suizidale Absichten hegt, in eine therapeutische Einrichtung gebracht. In Japan hingegen (und auch in vielen westlichen Medien) wird dieser Selbstmordeinsatz als altruistischer Akt angesehen.

Um dieses grausame Schauspiel noch auf irgendeine Weise legitimieren zu können, hebt die japanische Regierung einfach Stück für Stück die zugelassenen Grenzwerte für radioaktive Strahlung an. Und alles nur, damit das eigene Volk -und nicht zu vergessen die Weltöffentlichkeit- bloß nicht auf den Gedanken kommt, dass jegliches Bemühen vergebens sei. Nein, dann stellt man lieber eine Feuerwehreinsatzgruppe auf, die mit Wasserwerfern und Hubschraubern einen Reaktorkern zu kühlen versucht. Und tatsächlich, das Aufsteigen von verdampfendem Wasser scheint, wenn schon nicht den Reaktor, doch immerhin einige Gemüter abzukühlen. Immerhin hat man ja so bewiesen, dass Wasser bei einer Umgebung mit sehr hohen Temperatur in einen gasförmigen Aggregatzustand übergeht. Vom Effekt her könnte man aber genauso probieren, einen Häuserbrand mit einem Eimer voll Wasserbomben zu löschen.

Man ist natürlich auch versucht, das Opfern von Arbeitern als eine Art Kollateralschaden des Unglücks anzusehen, vergleichbar mit dem Abschuss einer Passagiermaschine zur Vermeidung eines Terroranschlags. Jedoch haben wir es hier nicht mit Terroristen, sondern mit Firmen zu tun. Es ist kein verbrecherischer Akt, sondern der Lauf der freien Marktwirtschaft, die stets darauf abzielt, Gewinne innerhalb des Unternehmens zu steigern und auf der anderen Seite die Risiken der Gesamtgesellschaft aufzubürden. Eine GmbH, eine “Gesellschaft mit beschränkter Haftung”, geht einfach in Insolvenz, während die Gemeinschaft sich mit den Konsequenzen auseinandersetzen muss. Dies kann, wie im Fall der Ölkatastrophe im mexikanischen Golf, einige Generationen betreffen, oder wie in Fukushima, alle Menschen die künftig dort leben werden so weit man überhaupt zu denken vermag.

Hoffentlich sind wir bereit, aus diesen Fehlern, auch über die kommenden Landtagswahlen hinaus, zu lernen!

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Hallo Welt!

So lautet der Standardsatz bei der Einrichtung eines neuen Blogs. Eigentlich eine wirklich schöne Begrüßung, angesichts der chaotischen internationalen Probleme, in denen wir im Moment stecken…

Warum ein Blog? Warum von mir? Ehrlich gesagt kann diese Frage nicht suffizient beantworten. Der aktuelle Grund liegt schlichtweg darin, dass das Gesichtsbuch mein Statement einfach nicht abdrucken wollte, da mein “Status” 4oo und irgendwas an Zeichen überragte. Naja, und was lag da näher, als einfach einen Blog zu schalten.
So denn: Hallo Welt!

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